Ja mein Blog und mich gibt es noch
Am Freitag waren wir bei unserem Lieblingswinzer. In ein oder dem anderen Eintrag habe ich schon mal erwähnt das wir unsere deutschen Weine dort holen.
Das schöne bei Immerheisers ist, dass er auch noch ein (eigentlich zwei) wirklich gute Restaurants hat und im “Zum alten Weinkeller” kulinarische Wein Veranstaltungen organisiert. Das andere Restaurant “Landgasthof Engel” kann man ebenfalls ohne bedenken empfehlen. Beide Restaurants sind in Schwabenheim an der Selz, in der nähe von Mainz zu finden.
Wir haben wirklich schon einige Veranstaltungen besucht, wie z.B. Vino & Pasta, Jazz & Wein oder Wild & Wein. Die meisten haben wir über die Jahr auch schon mehrfach besucht.Die erste Veranstaltung die wir dieses Jahr dort besuchen ist “Frühlingsgemüse & Frühlingsweine”. Der Koch ist praktischer Weise gleich einer seiner Söhne (der andere Sohn der dort mitwirkt ist der Winzer) und was ich dort so liebe ist, dass man in der Küche einfach mal was wagt. Ich finde es toll das man jedesmal eins, zwei Gerichte hat wo man denkt die Zutaten würde ich nie zusammen als ein Gericht anbieten. Zu jedem Gang gibt es 2 Weine, diese sollte man erkennen und benoten. Wobei auch ein Augenmerk bei der Benotung auf die Komposition mit dem Gang gelegt werden sollte. Das Essen soll eine Schulnote bekommen und Kommentare sind immer willkommen. Deswegen sieht mein ausgefüllter Zettel auch immer aus wie ein halber Roman, da ich alles was mir einfällt inkl. “Verbesserungsvorschläge” dort aufschreibe.
Nun möchte ich euch aber auch das Menü inkl. der Weine nicht vorenthalten.
Als Aperitif gab es ein 2006 Secco von Immherheiser mit frischen Himbeermark. Es sollte eigentlich den Secco mit Erdbeermark geben aber die angebotenen Erdbeeren waren nach Aussage von Herrn Immerheiser nicht frisch genug, so dass man auf frische Himbeeren ausgewichen ist. Dieser Secco ist von fast allen Sekt/Champagner/Prosecco die ich kenne, der leckerste und dann noch von einem Deutschen Winzer
Zum ersten Gang gab es Bärlauchrahmsüppchen mit sautierten Scampi am Zitronengrasspieß. Die Suppe war hervorragend und die Garnelen auf den Punkt gegart. Es handelte sich auch um Seawater Garnelen wie man uns gesagt hat. Zu diesem Gang gab es zum einen ein “2006 Grauer Burgunder Qualitätswein trocken” und zum anderen einen “2006 Grüner Silvaner Qualitätswein feinherb”.
Nach jedem Gang erzählt Herr Immerheiser immer etwas über die Weine und das Essen, wobei als Winzer er natürlich das meiste über die Weine erzählt. So erfährt man über den ganzen Abend wirklich viel über die unterschiede der Trauben oder den Bezeichnungen und über das Geschäft an sich. Nach dem ersten Gang hat er recht viel über “Grauer” und “Grüner” gesprochen und uns das Wort feinherb erklärt. Feinherb ist wohl das einzige Wort was die Winzer auf die Etiketten schreiben dürfen was nicht per Gesetz vorgeschrieben ist was es bedeutet. Alles andere ist in Deutschland genau vorgeschrieben.
Als zweiten Gang gab es Rheinhessischer Stangenspargel mariniert in Passionsfruchtdressing mit Trüffelschinken in Pergament. Hierzu muss ich glaube ich nicht viel erzählen. Der Spargel wurde 2 Tage in dem Dressing mariniert und dann im Backofen gegart. Es wurde uns als große Tasche serviert und als man das Pergament ausgerissen hat, stiegen herrliche Aromen auf. Die Marinade war wirklich dezent aber der Thymian dabei war der Knaller. Man durfte aber nur ein kleines bisschen vom Thymian mit dem Spargel essen. Der Schinken war hervorragen aber das Trüffelaroma hat er im Ofen fast gänzlich verloren. Die Weine waren hierzu “2006 Riesling ‘Vater & Sohn’ Qualitätswein feinherb” und “2006 Spätburgunder Rosé Qualitätswein trocken”
Der nächste Gang war Wachtelbrüste mit gebratener Gänseleber auf aromatisiertem Rhabarber. Als Wein gab es “2005 Chardonnay Qualitätswein feinherb” und ein “2006 Weisser Burgunder Qualitätswein trocken”. Neben dem Passionsfruchtdressing war die Kombination Rhabarber Leber bzw. Wachtelbrust sehr mutig. Ich fand leider das der doch recht sauere Rhabarber nicht in dieser Weise dazu passte. Was ich mir besser hätte vorstellen können, wäre ein Rhabarber Chutney, wo halt mehr Zucker drin ist aber auch die Chilischärfe als weiter Komponente. Ich hatte das auch gesagt und der Chef wollte bei der nächsten Veranstaltung einen karamellisierten Rhabarber mit Pfeffer testen. Alle an meinem Tisch (außer mir) mochten die kurz gebratene Gänseleber nicht, da sie nicht “durch” war.
Der fast letzte Gang war eine Polarde mit Bärlauch-Mandelpesto mit gefüllter Zucchiniblüte und jungen Möhren. Dies wr dann mal ein klassisches Gericht was auch wirklich komplett rund war. Die beiden Weine waren ein “2006 Sauvignon Blanc Spätlese trocken” und ein “2005 Rheinhessen ‘Five’ Cuvee Qualitätswein trocken”. Mein absoluter Weißwein Favorit ist seit längerem der Rheinhessen Five. Über diese 5 jungen Winzer und Winzerin könnte man bestimmt einen ebenso langen Artikel schreiben aber Googelt mal ein bisschen danach dann sieht man was die so machen.
Als Dessert gab es Cappuccino von Holunder & Champagner mit Topfenknödel, Erdbeereis und gebackenen Holunderblüten. In der Tasse war Champagner und oben drauf war Milchschaum mit Holundergeschmack.
Da man nach so viel Wein und Essen nicht mehr fahren kann, übernachten wir immer vor Ort. Leider waren wir diesmal zu spät und konnten und nicht die Zimmer in der “Casa Rustica” reservieren aber beim nächsten mal bestimmt wieder.
Wer am nächsten morgen noch nicht genug vom vielen Wein hat, muss einfach noch die Vinothak besuchen. Dort hält die Familie Immerheiser über 400 Weine parat. Das Geschäft und der angrenzende “Landgasthof Engel” mit seinem Hinterhof ist schon optisch einen Besuch wert.
Ich habe leider immer noch Arbeit wie für drei
aber ich lobe Besserung wenigstens einmal die Woche eine Artikeln bei YaFoodie reinzustellen.

Mai 15th, 2007 at 07:30
Schön, endlich wieder etwas von Dir zu lesen! Das Menü klingt wie immer total spannend.